Politik | 10.01.2023, 13:54 Uhr

Bürgerantrag fordert Wachtberg, Bonn und Remagen zum gemeinsamen Handeln auf

Böllerverbot im Naturschutzgebiet Rodderberg auf den Weg gebracht

„Parents for Future“ setzen sich für Verbotszone für pyrotechnisches Feuerwerk ein

Auch Tage nach der „Knallerei“ zu Silvester inmitten des Naturschutzgebietes Rodderberg finden sich immer noch Reste von Verpackungen, Plastikabfällen und abgebrannten Feuerwerksteilen. Ein ganzjähriges Feuerwerksverbot der Gemeinde Wachtberg, sowie der Städte Bonn und Remagen soll hier Abhilfe schaffen und das seit 1927 bestehende Naturschutzgebiet vor derartiger missbräuchlicher Nutzung schützen. Foto: privat
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Wachtberg. Für viele Menschen gehört es zum Jahreswechsel dazu, das neue Jahr mit Feuerwerk zu begrüßen. Darüber kann man durchaus geteilter Meinung sein. Was aber nach Auffassung der Wachtberger „Parents for Future“ ein absolutes „No-Go“ sein sollte, ist das Abbrennen von Pyrotechnik und das Zünden von Böllerschüssen mitten in Naturschutzgebieten, wie dem seit 1927 bestehenden Naturschutzgebiet Rodderberg.

Leider hat der Jahresübergang vor wenigen Tagen das Gegenteil gezeigt. Ausgebrannte Feuerwerksbatterien, zerfetzte Böllerreste und eine Unmenge von Verpackungsmüll waren am Neujahrsmorgen Zeugnis der offensichtlichen Unkenntnis, dass gerade der Rodderberg darüber hinaus seit den 80er-Jahren durch die „Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie“ (FFH) des Europäischen Parlaments besonders geschützt ist.

Gemeinsame Verantwortung für den Rodderberg haben Wachtberg, Bonn und Remagen

In einem Bürgerantrag haben nun die Wachtberger „Parents for Future“ beantragt, das Naturschutzgebiet Rodderberg in Zusammenwirken mit den Städten Bonn und Remagen gemeinschaftlich und dauerhaft ganzjährig als Verbotszone für pyrotechnische Aktionen jeder Art auszuweisen.

In der Begründung wird darauf hingewiesen, wie schädlich sich nächtliches Feuerwerk, begleitet durch unberechenbare, lautstarke Böllerschüsse, auf die gesamte Tierwelt auswirkt. Nicht nur der enorme Lärm erschreckt Tiere extrem und versetzt sie nachhaltig in Stress, was insbesondere während der Winterruhe für einige Tierarten tödlich sein kann, sondern auch der konzentriert freigesetzte Feinstaub führt zu erheblichen Beeinträchtigungen der Gesundheit von Mensch und Tier. Nicht zu vergessen sind die Rückstände der schädlichen Überreste abgebrannter Pyrotechnik, die nach dem Niedergang weit verbreitet und unkontrolliert jenseits von Wegen in der Natur verbleiben und dort zu Schadstoffeintrag in den Boden führen. Ausgebrannte Raketenüberbleibsel hängen monatelang in Baumkronen und im Buschwerk; Plastikteile überdauern Jahre.

An die Regelungen zu „Rhein-in-Flammen“ kann gut angeknüpft werden

Ähnlich des bereits bestehenden, einschränkenden Begehungsverbots des Rodderbergs bei „Rhein-in-Flammen“ solle auf der Basis des Staatsvertrags zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Land Rheinland-Pfalz der Weg gefunden werden, ein ganzjähriges Böllerverbot festzusetzen. Im Übrigen kann sich jeder mit einem Bürgerantrag an die Gemeinde wenden, wenn es sich um Fragen oder Anregungen zu Wachtberger Themen handelt. Voraussetzung ist, dass man seit mindestens drei Monaten in der jeweiligen Gemeinde wohnt, in der der Bürgerantrag gestellt wird.

Pressemitteilung

„Parents for Future“ Wachtberg

Auch Tage nach der „Knallerei“ zu Silvester inmitten des Naturschutzgebietes Rodderberg finden sich immer noch Reste von Verpackungen, Plastikabfällen und abgebrannten Feuerwerksteilen. Ein ganzjähriges Feuerwerksverbot der Gemeinde Wachtberg, sowie der Städte Bonn und Remagen soll hier Abhilfe schaffen und das seit 1927 bestehende Naturschutzgebiet vor derartiger missbräuchlicher Nutzung schützen. Foto: privat

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