Politik | 11.07.2015

Bürger/innen machten sich Gedanken und diskutierten über mögliche Alternativen

Ein Nahversorger für die Remagener Innenstadt

Remagen. „Was passiert mit der Nahversorgung der Remagener Innenstadt, nachdem fast genau vor einem Jahr ‚Kaisers‘ hier seine Türen geschlossen hatte?“ Dass die Studierenden-Kneipe „Baracke“ am Dienstag bis auf den letzten Platz mit Zuhörern gefüllt war und sogar eine Vielzahl von Besuchern stehen musste, lag an der Brisanz des Themas eines öffentlichen Bürgergespräches. Eingeladen hatten die Remagener Grünen in Stadtrat und Ortsbeirat und natürlich fanden neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern auch zahlreiche Geschäftsleute den Weg zu der Veranstaltung. Die Grünen-Ortsvorsitzende Karin Keelan wies zu Beginn der Veranstaltung auf die Problematik der Lebensmittelmarkt-Schließung mit ihren verschiedenen Folgewirkungen hin. So sei mit dem Weggang von „Kaisers“ nicht alleine die Nahversorgung für die Anwohner der Remagener Innenstadt zusammengebrochen, vielmehr fehle seitdem auch ein Publikumsmagnet, der Besucher in die Innenstadt ziehe und damit auch den dort noch vorhandenen Fachgeschäften zugute komme. Heinz Frey als Gastreferent zeigte anschließend im Rahmen einer Präsentation auf, wie in anderen Städten und Wohnquartieren, zum Teil größer als Remagen, aber mit 4.000 Einwohnern auch deutlich kleiner als die Römerstadt, nach der Schließung des letzten Lebensmittelmarktes eine nachhaltige Lösung gefunden wurde. Der Geschäftsführer der Initiative DORV (Dienstleistung, ortsnahe rundum Versorgung) hatte sich die Situation in Remagen zuvor angesehen und präsentierte die Idee eines Projektes, das andernorts in ähnlicher Weise Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung und Geschäftsleute gemeinsam auf den Weg gebracht hatten: ein multifunktionaler Nahversorger zur Abdeckung des Lebensmittelbedarf der Anwohner und zugleich als Publikumsmagnet für andere Geschäfte in der Umgebung. Die Vorgehensweise, die Heinz Frey und seine Mitstreiter vor 14 Jahren in Jülich gewählt hatten, war im Grunde einfach: am Anfang stand die genaue Analyse der Situation („Was ist vorhanden - was fehlt“) und eine Umfrage unter den Anwohnern hinsichtlich ihrer Wünsche. So kam ein „Allround-Zentrum“ auf den Weg, das Frischwaren mit Produkten aus lokaler Erzeugung kombiniert anbot. Aber das nicht alleine. Ein kleines Café lud Kunden zum Verweilen ein und ein Abhol- und Bringdienst wurde auf die Beine gestellt. Ältere Leute haben so die Möglichkeit, mit etwas Hilfe aus der Wohnung rauszukommen und einzukaufen. Ohne damit für Remagen eine Vorgabe machen zu wollen, wies der Redner auf weitere Funktionen des neuen Marktes hin. So hatte sich hier ein Seniorenreparaturservice etabliert, der helfen wollte, älteren Mitbürgern bei kleineren Arbeiten wie der Erneuerung von Glühbirnen zur Hand zu gehen. Keineswegs geplant als Konkurrenz zu etablierten Betrieben, sondern als Soforthilfe bei Kleinigkeiten, die dennoch großen Ärger verursachen. Derzeit werde in Jülich auch überlegt, älteren Mitbürgern einen Computerservice anzubieten. In der sehr regen Diskussion, von Bettina Fellmer aus dem Remagener Ortsbeirat moderiert, wurde von Besuchern die Frage nach den Kosten einer solchen von Bürgern mitgetragenen Initiative aufgeworfen. Während bisher für Remagen mit sehr hohen Kosten gerechnet wurde, bezifferte Heinz Frey den Gesamtrahmen der Investitionen auf unter 100.000 EUR. So müsse keine neue Einrichtung erworben werden und vor allem werde auf große Vorratshaltung verzichtet, was auch bei der besonderen Betonung von Frischeprodukten und Erzeugnissen aus der Nachbarschaft völlig unnötig sei. Alternativ zu dem von Heinz Frey vorgestellten Modell wurde auch die Möglichkeit z.B. eines Markthallenkonzeptes für Remagen unter Einbeziehung von Produzenten diskutiert, die dort direkt vermarkten könnten. Auf die Frage aus dem Publikum hin, wie es denn nun weitergehe, wurde ein weiteres Treffen vereinbart, um die konkrete Vorgehensweise für Remagen zu besprechen. Dazu trugen sich eine Großzahl der Besucher in eine Interessenliste ein. Auch nach Ende der Veranstaltung wurde noch lange in kleinen Gruppen weiterdiskutiert, was zeigte, dass das Thema den Bürgerinnen und Bürgern unter den Nägeln brennt....

Pressemitteilung der

Stadtratsfraktion

Bündnis 90/ Die Grünen

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