Die Künstlerin Margarete Gebauer öffnet Haus und Atelier für Besucher
Ihre Kunst stimmt nachdenklich
Von Freitag, 9., bis Sonntag, 11. Juni ist das Haus von Margarete Gebauer für alle zugänglich
Bad Bodendorf. Dass es sich um das Haus einer Künstlerin oder zumindest eines sehr kunstinteressierten Menschen handelt, ist beim Eintritt in das rote Haus an der Bad Bodendorfer Schillerstraße 43 unschwer zu erkennen: In fast jedem Raum auf den drei Etagen finden sich Gemälde und Skulpturen.
Es ist das Haus von Margarete Gebauer und ihrem Mann Willi, das sie nach langer Schaffenspause von Freitag, 9., bis Sonntag, 11. Juni, für Besucher öffnen. Im Keller ruhen neben zahlreichen anderen Arbeiten und einer Hommage an Margarete Gebauers Lieblingskünstler Joseph Beuys auch Zwerge in schuhkartongroßen und meterhoch gestapelten Plexiglasboxen. Sie gehörten zum Projekt „Dornröschen“, mit dem Margarete Gebauer Aufsehen erregte, als sie daraus eine mehr als mannshohe aber transparente Mauer in Ahrweiler baute. Für ihre Arbeit „Sinzig 1945“, in der sie die Geschichte des Bad Bodendorfer Ehrenfriedhofs aufgriff, hat sie 1996 den Frauenförderpreis der Galerie Kallenbach erhalten. Und für ihr Projekt unter der Überschrift „Kokon“ wurde sie 2000 mit dem Kinder- und Jugendförderpreis Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.
Gesellschaftspolitische Themen
„Kopftuchfrauen“ finden sich an mehreren Stellen in ihrem Haus. Großformatige, teils mehrteilige Gemälde, auf denen Frauen mit überlangen, verformten Köpfen zu sehen sein: Wie die „Europa“, die ein Auge nach außen und eins nach innen richtet.
„So sollte die Gesellschaft auch funktionieren, wenn man Europa gestalten will. Dass du dich selber auch immer mitnimmst und auch dein Volk und auf die anderen guckst“, sagt Gebauer, die sich auch als „Serienarbeiterin“ bezeichnet. Serien mit Titeln wie „Rotation“ oder eine Reihe von Frauenakten hat sie unter anderem gemacht. In Serien arbeite sie sich ab, ihre Gedanken, Träume oder auch wahre Geschichten, die sie berühren. Auch gesellschaftspolitische Themen greift sie auf, so den Luftwaffenübungsplatz in Ahrbrück, den Ehrenfriedhof in Bad Bodendorf oder Kindesmissmissbrauch.
Ein Faible fürs Figurative
Zuletzt hat sie das Thema Flüchtlinge aufgegriffen in abstrahierten Gemälden, die in jüngster Zeit mit einem Format von etwa 50 mal 50 Zentimetern kleiner sind als früher oft. Skulpturen aus bemalter und Leinwand und anderen Materialien wie Messern, Gabeln und Löffeln heißen „Soßenkopf“ oder „Messerkopf“.
Dabei ist Gebauer froh, dass sie derzeit überhaupt wieder künstlerisch tätig sein kann. Sehr lange ging das aus gesundheitlichen Gründen nicht. „Ich bin in die Tiefen der Seele abgetaucht fünf Jahre lang“, erklärt die Frau, die Anfang dieses Jahres ihren 70. Geburtstag gefeiert hat und sich selbst ein Faible fürs Figurative attestiert.
Um Deformierung und Dominanz, Lust und Schmerz geht es in vielen ihrer Werke, und immer wieder um die Beziehung zwischen Frau und Mann. Gebauer verbindet in ihrer Kunst Ästhetik in Form und Farbe, arbeitet mit Symbolen.
Gebauers Kunst verlangt das Hinsehen, und sie ruft in und mit ihren Werken oft zu mehr Achtsamkeit im Umgang miteinander auf. Die Autodidaktin hat mit Arbeiten aus Ton vor 40 Jahren angefangen, künstlerisch tätig zu sein.
Auf Skulpturen und Plastiken folgten Materialbilder, Installationen und Leinwandbilder. Auf Leinwand hat sie immer gerne großformatig gearbeitet, „damit ich ausholen kann“, und sie bevorzugt quadratische Gemäldeformate, „für mich eine Herausforderung.“ Farbe trägt sie mit dem Spachtel auf oder zieht sie mit dem Vierkantholz über den Untergrund. So entstehen reliefartige Strukturen. Mehrschichtig ist ihre Vorgehensweise und vieldeutig das Ergebnis. Gebauer lässt viele Deutungen ihrer Werke zu und lädt jeden Betrachter ein, sich ganz individuell von ihrer Kunst berühren zu lassen.
Haus und Atelier für alle zugänglich
Margarete Gebauer macht von Freitag, 9., bis Sonntag, 11. Juni, jeweils von 15 bis 18 Uhr, ihr Haus und Atelier an der Schillerstraße 43 in Bad Bodendorf für alle zugänglich.
Artikel melden
Seniorenfahrt Mosel-Ausflug
Seniorenfahrt nach Bernkastel-Kues und Koblenz ab Meckenheim
Meckenheim. Als am Abend des 23. Juni die Teilnehmenden der Seniorenfahrt nach Bernkastel-Kues sich wieder in Meckenheim auf den Heimweg machten, lag ein abwechslungsreicher Tag hinter ihnen.
Weiterlesen
50 Jahre Abitur
Wiedersehen ehemaliger Abiturientinnen und Abiturienten des Mayener Gymnasiums nach 50 Jahren
Mayen. Vor 50 Jahren hieß das Gymnasium, hoch über Mayen auf dem Knüppchen erbaut, schlicht Staatliches Gymnasium. Die heutige Namensgebung Megina gab es noch nicht. Auch am 19. Juni 1976 hatte es Abiturzeugnisse für Schülerinnen und Schüler gegeben. Sie waren nach erfolgreich bestandener Prüfung in die Welt geschickt worden. Auf den Tag genau gab es dieses Jahr ein Wiedersehen.
Weiterlesen
Ehrenamtsauszeichnung Bad Breisig
Verbandsgemeinde Bad Breisig beschließt neue Anerkennung für ehrenamtliches Engagement
Bad Breisig. Auf Antrag der CDU-Fraktion hat der Verbandsgemeinderat in seiner Sitzung am 23. Juni einstimmig die Richtlinien zur Ehrung für herausragendes ehrenamtliches Engagement beschlossen. Damit wird ab diesem Jahr eine öffentliche Anerkennung für Menschen und Gruppierungen geschaffen, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl einsetzen. Die CDU Bad Breisig bewertet den einhelligen Beschluss als wertschätzendes Signal aller Fraktionen für die Bedeutung des Ehrenamts.
Weiterlesen