Allgemeine Berichte | 06.07.2023

Das neue Landesjagdgesetz provoziert einen Warnstreik der Jägerschaft - auch im Kreis Ahrweiler

Warnstreik: Jäger entsorgen nach Unfall keine Kadaver mehr

Die Kadaverbeseitigung, etwa nach einem Wildunfall, wird wegen einer Protestaktion derzeit nicht mehr freiwillig von Jägern übernommen.  Foto: Börner/DJV

Kreis Ahrweiler. Das neue Landesjagdgesetz provoziert einen Warnstreik der Jägerschaft. Vom Landesjagdverband Rheinland-Pfalz kommt scharfe Kritik zum Entwurf des neuen Jagdgesetzes. Die durch den Verband im Vorfeld kommunizierten roten Linien wurden mehrfach überschritten. Deswegen ruft der Verband seine 20.000 Mitglieder zu einem sofortigen Warnstreik auf. Ab sofort entsorgen die Jäger in Rheinland-Pfalz kein Fall- und Unfallwild mehr.

Ralf Schmidt, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Ahrweiler, informiert über die Beteiligung der Ahrweiler Jägerschaft an dem Protest:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger des Kreises Ahrweiler, völlig ohne Not plant das rheinland-pfälzische Umweltministerium unter Leitung der „Grüne“ eine Änderung des Landesjagdgesetzes. Diese Änderung soll der Bevölkerung vermitteln, dass die Jagdausübung wichtig, ja systemrelevant ist und es einer möglichst breiten Akzeptanzbildung durch die Gesellschaft bedarf.

Tatsächlich zeigt der nun vorliegende Entwurf, dass die geplanten Änderungen ein einziger, respektloser Frontalangriff auf alles ist, was in den letzten Jahrzehnten ehrenamtlich durch die Jägerschaft geleistet wurde. Von unserem Engagement profitieren nicht nur alle Bürger und Grundstückseigentümer, sondern auch die Artenvielfalt und die öffentliche Verwaltung. Seit Jahrzehnten leisten wir freiwillige Leistungen zum Tierschutz, beispielsweise die Kitzrettung und das Wildtiermonitoring. Dieses Engagement soll nun verpflichtend werden; dafür werden wir mit hohen Jagdpachten „belohnt“, zusätzlich zu der vom Kreis verlangten Jagdsteuer in Höhe von 20 Prozent, der Jagdabgabe und dauernden Gebühren etwa für die Überprüfungen unserer waffenrechtlichen Zuverlässigkeit. Sollen wir also nur noch zahlen, um Dienstleister für politische und ökonomische Interessen zu sein?

Dies können und werden wir nicht tolerieren! Daher werden wir unsere Kreismitglieder zur Teilnahme an der landesweiten Protestaktion aufrufen und ab sofort einen der zahlreichen freiwilligen Dienste für die Gesellschaft einstellen: Die Entsorgung von Fallwild. Bisher standen wir Jäger bereit, am Tag und oft auch zur Nachtzeit, um die Kadaver von verunfallten, verendeten Wildtieren von Straßen- und Wegesrändern im Kreis Ahrweiler zu entsorgen, obwohl dazu nie eine Verpflichtung bestand. Nunmehr beteiligen wir uns an der landesweiten Protestaktion, zu der unser Landesverband aufruft, und überlassen die Entsorgung der zuständigen Gemeinde bzw. dem Landesbetrieb Mobilität. Der Warnstreik ist zeitlich zunächst bis zum 31. August 2023 befristet und betrifft ausdrücklich nicht die Erlegung von verletzten Wildtieren, das gebietet der Tierschutz.

Dies ist ein erstes Zeichen auf der untersten Stufe der zu erwartenden Eskalationsskala. Weitere Aktionen sind nicht ausgeschlossen. „Zu diesem Schritt sind wir leider gezwungen, um uns Gehör zu verschaffen. Wir sind aber weiterhin zu einem konstruktiven Dialog bereit, um gemeinsam für Wald und Flur im Einklang mit dem Wild und der Natur zu einer sinnvollen Weiterentwicklung des Gesetzes zu kommen“ sagt der Präsident des Landesverbandes Dieter Mahr.

In Zeiten, in denen die Wertschätzung für unsere ehrenamtlichen Dienstleistungen keine Beachtung mehr finden, wir verunglimpft und gegängelt werden, kann man von uns kein ehrenamtliches Engagement mehr erwarten.“

Pressemitteilung der

Kreisgruppe Ahrweiler im

Landesjagdverband

Rheinland-Pfalz e. V.

Die Kadaverbeseitigung, etwa nach einem Wildunfall, wird wegen einer Protestaktion derzeit nicht mehr freiwillig von Jägern übernommen. Foto: Börner/DJV Foto: Marcus Börner

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Anne: Ein Faustschlag mitten ins Gesicht und ein Dolchstoß mitten ins Herz aller Flutopfer…nicht nur der Toten und deren Angehörigen und Freunden, sondern insbesondere der unzählig vielen traumatisierten Menschen...
  • Betroffener: Wiedermal ein Totalversagen der Justiz und es werden Täter geschützt ! Inzwischen darf man sich wirklich fragen ob diese Justiz überhaupt noch der Gerechtigkeit und dem Volk dient oder einfach nur noch die Politiker zu schützen versucht !
  • Anne: Es ist das kalte Grauen. Wahrscheinlich denkt sich der Täter in Anlehnung an den Mordprozeß im Fall Anna K. aus Gimmigen mit einem ähnlich milden Urteil davon zu kommen. In was für einer Zeit leben wir...
  • Graf: Ja, sehr GUT Ukraine, ist doch bekannt , dass koruptestes Land in Europa ist. Mit den Politiker, sind unsere bezahlt worden? Wunderbar !
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Premium-Titel 2
Stellenanzeige "Standesamt"
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0324#
Azubispots Koblenz
Sonderseite Jshn Eleven
Sprudelndes Sinzig
Sonderseite Jahn Eleven
Empfohlene Artikel
11

Die bekannte Lifestyle-Messe LebensArt kommt erneut nach Bad Neuenahr-Ahrweiler. Vom 12. bis 14. Juni verwandelt sich erstmals der Dahliengarten in eine Oase der schönen Dinge für Haus und Garten. Der Umzug in den Dahliengarten als neuer Standort der LebensArt wurde durch die bauliche Umgestaltung des Kurparks notwendig. Die beiden Projektleiterinnen Sabine Prothmann und Eva Johann vom Lübecker Veranstalter...

Weiterlesen

Luca und Laura Di Stefano haben die spannendsten True Crime-Fälle im Blick.  Foto: FELIX KIRCHNER // ENKIME
21

Region/Mogendorf. Morde, Vermisstenfälle, rätselhafte Todesfälle und ungelöste Geheimnisse – wahre Verbrechen üben auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Genau dieser Leidenschaft haben sich Luca und Laura Di Stefano aus dem Westerwald mit ihrem Podcast „Verbrechen Hautnah“ verschrieben. In ihren Folgen nehmen sie die Zuhörer mit auf die Spur spektakulärer Kriminalfälle, erzählen von schockierenden Taten, überraschenden Wendungen und Ermittlungen, die bis heute Fragen offenlassen.

Weiterlesen

Julian Konrad mit Pokal.  Foto: privat
15

Nürburg. Beim zweiten Rennwochenende des Polo Cup Germany auf dem Nürburgring hat Julian Konrad seine Führung in der Gesamtwertung erfolgreich verteidigt und weiter ausgebaut. Wechselnde Wetterbedingungen, hohe Temperaturen und anspruchsvolle Strategieentscheidungen prägten dabei das Wochenende für den Fahrer von Konrad Motorsport.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Orignale Linkin Park-Klampfe - die gibt es nur in der besonderen Ausstellung! Foto: Axel Live Pictures
310

Ringrocker sollten sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen:

Rock am Ring 2026: Heißer Tipp abseits der Bühnen!

Nürburgring. Pünktlich zu Rock am Ring 2026 erwartet die Festivalbesucher eine besondere Überraschung: Die US-Rockband Linkin Park bringt eine zeitlich begrenzte Sonderausstellung exklusiv an den Nürburgring. Die Ausstellung gewährt seltene Einblicke in die Geschichte einer der erfolgreichsten Rockbands der vergangenen Jahrzehnte und präsentiert zahlreiche Originalstücke aus verschiedenen Schaffensphasen der Gruppe.

Weiterlesen

Das Schießen mit dem großen Katapult sorgte für staunende Gesichter und viel Jubel.  Foto: Astrid-Lindgren-Schule
8

Die 4. Klassen auf Zeitreise zur Ehrenburg

Ritter, Burgen und spannende Abenteuer

Rheinbrohl. Zum krönenden Abschluss ihrer Grundschulzeit unternahmen die 4. Klassen einen ganz besonderen Ausflug zur Ehrenburg. Passend zum Unterrichtsthema „Ritter und Burgen“ tauchten die Kinder dort tief in das Leben des Mittelalters ein und erlebten einen aufregenden Tag voller Spiel, Spannung und Geschichte.

Weiterlesen

Spielerisch übten die Kinder, Straßen sicher zu überqueren. Foto: privat
8

Verkehrssicherheit für die Erstklässler der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl

Sicher unterwegs mit ADACUS

Rheinbrohl. Wie verhalte ich mich richtig an einer Straße? Worauf muss ich beim Überqueren einer Fahrbahn achten? Und warum ist Aufmerksamkeit im Straßenverkehr so wichtig? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Erstklässler der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl im Rahmen des ADACUS-Verkehrssicherheitsprogramms der ADAC Stiftung.

Weiterlesen

Rund ums Haus
Wir helfen im Trauerfall
Stellenanzeige Bauingenieur Trinkwasserversorgung/Abwasserbeseitigung
Schulsozialarbeiter/in (w/m/d)
Anzeige Praxisübernahme
Anzeige Umzug ins Thermalbadehaus
Pädagogische Fachkräfte
Werbeplan 2026 / rund ums Haus
Kooperation Familienkonzert
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Stellenanzeige Elektroniker für Betriebstechnik
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0006#
sprudelndes Sinzig
neue Heizung?
Feuerwehrfest in Heimersheim
Sonfderseite Jahn Eleven
Sonderseite Jahn Eleven