kfd Ohlenberg
Den Daumen des Teufels gefühlt
Ziel der Frauenfahrt war in diesem Jahr die Kaiser- und Kurstadt Aachen
Ohlenberg. Einmal den Daumen des Teufels ertasten: Das hat manch eine der Damen gereizt, die an der Tagesfahrt nach Aachen, zu der die kfd Ohlenberg eingeladen hatte, teilgenommen haben. Die sachkundige Studentin, die durch den Aachener Dom führte, begann ihre Ausführungen nämlich mit der Erzählung der Dombausage: Als den Aachenern das Geld für den Bau des Doms ausging, schlossen sie einen Pakt mit dem Teufel. Gegen eine ansehnliche Menge Goldes versprachen sie ihm die Seele des Ersten, der den Dom betrat. Der Teufel wusste natürlich, dass der Bischof den Dom bei seiner Einweihung als Erster betreten würde. Doch er hatte die Rechnung ohne die schlauen Aachener gemacht: Sie fingen einen Wolf und jagten diesen als Ersten in den Dom. Blindlings griff der Teufel zu und riss ihm die Seele aus der Brust. Als er merkte, dass er hereingelegt worden war, knallte er vor Wut die Domtür mit solcher Wucht zu, dass ihm der Daumen abgerissen wurde. Diesen kann man also, jedenfalls nach der Sage, noch heute in einem der beiden Löwenköpfe an der Domtür fühlen.
Das Bauwerk mit einer mehr als 1200-jährigen Geschichte, das Karl der Große zu einem vollkommenen Abbild des Himmlischen Jerusalem werden ließ, zieht tagtäglich Scharen von Touristen an. So auch an diesem Tag, an dem die kfd-Frauen ihn besichtigten. Da war es wohltuend, in die Bereiche vordringen zu können, die nur im Rahmen von Führungen betreten werden dürfen. Das war zum einen das Obergeschoss, von wo aus die prächtige Innenausstattung in Ruhe bewundert werden konnte und wo vor allem der schlichte marmorne Thron Karls des Großen steht, und zum anderen die gotische Chorhalle mit dem Karlsschrein, dem Marienschrein und den riesigen gotischen Fenstern, die etwa 27 Meter hoch sind und eine Fläche von mehr als 1000 Quadratmetern haben. Die Sakraments- und die Nikolauskapelle boten abseits des Trubels Gelegenheit zu Rückzug und Gebet.
Sechs Finger und sechs Zehen
Eine Überraschung gab es dann noch mitten im Gedränge des zentralen Kirchenraums: Ein kunstbegeisterter Herr wies auf ein eher unscheinbares feuervergoldetes Vortragekreuz aus der Mitte des 12. Jahrhunderts hin, das jetzt im Altarbereich steht, normalerweise aber in der Domschatzkammer aufbewahrt wird. Die geheimnisvolle Seltenheit dieses Werks besteht darin, dass der Gekreuzigte mit je sechs Fingern und sechs Zehen ausgestattet ist; diese sogenannte Sechsgliedrigkeit, basierend auf der heiligen Zahl sechs mit ihren Vielfachen 12 und 24, wurde von führenden Theologen als Sinnbild der Vollkommenheit gedeutet.
Wissenswertes zur Aachener Printe
Was wäre ein Aachen-Aufenthalt ohne den Versuch, den Geheimnissen der Aachener Printe auf die Spur zu kommen? So gehörte unverzichtbar zu der Tour der kfd-Frauen der Besuch einer Printenbäckerei. In der Backstube des Familienbetriebs Klein informierte der Junior-Chef ausgiebig und kurzweilig über sein Handwerk. Er hatte einen Batzen des mörtelartigen Teigs vor sich liegen. Außer Zuckerrübensirup enthält der Teig nämlich nur trockene Zutaten: Weizenmehl der Type 1050, Zucker, der beim Backen karamellisiert, und Gewürze wie Anis, Koriander, Kardamom und Nelken, aber kein Fett und kein Ei. Die klassische Printe, die Kräuterprinte, ist hart und schmucklos. Während Herr Klein über den Backvorgang, die Lagerung der Printen, die verschiedenen Arten von Printen und vieles mehr berichtete, hatten die Frauen ausgiebig Gelegenheit, die verschiedenen Sorten des Gebäcks zu verkosten.
Am Spätnachmittag hieß es dann: Raus aus der Großstadt, rein ins Grüne. Im Waldrestaurant Gut Entenpfuhl, idyllisch mitten im Aachener Wald gelegen, konnten die Frauen gelöst und entspannt die gepflegten Räumlichkeiten kennenlernen und die gute Küche des Traditionshauses genießen.
Ursula Monter, die Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft, hatte am Morgen vor Reisebeginn den Frauen einen Reisesegen mit auf den Weg gegeben, einen Segen, der sicherlich auch den Tag geprägt hat und seine Wirkung entfalten konnte; da hieß es nämlich unter anderem: "Gott halte schützend seine Hand über dir. … Er öffne dir Augen und Ohren für die Wunder der Welt. Er schenke dir Zeit, zu verweilen, wo es deiner Seele bekommt. … Er mache dein Herz froh und deinen Blick weit.“
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