Allgemeine Berichte | 11.11.2022, 14:51 Uhr

Einrichtung einer Beobachtungszone im nordwestlichen Kreisteil erforderlich

Geflügelpest erreicht den Westerwaldkreis

Symbolbild. Foto: Pixabay
122

Westerwaldkreis. Die Zahl der gemeldeten Ausbrüche der hochansteckenden Aviären Influenza (Geflügelpest) bei gehaltenem Geflügel steigt in Deutschland stetig an. So verzeichnete das Friedrich-Loeffler-Institut im Oktober insgesamt 24 Ausbrüche bei gehaltenem Geflügel in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Aus einer infizierten Geflügelhaltung im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen wurden kürzlich einzelne Tiere in mehrere kleinere Geflügelhaltungen im Westerwaldkreis und dem Kreis Altenkirchen zugekauft. Dadurch kam es am 07. November im Westerwaldkreis zum ersten bestätigten Ausbruch der Geflügelpest in einem Hausgeflügelbestand. Nach Durchführung einer Risikoanalyse und Seuchenbekämpfungsmaßnahmen besteht laut dem amtstierärztlichen Dienst der Kreisverwaltung aus der aktuell betroffenen Geflügelhaltung kein Risiko einer Weiterschleppung der Geflügelpest. Aus diesem Grund wurde vorerst auf die Einrichtung einer Sperrzone im Zusammenhang mit diesem Ausbruch verzichtet. Allerdings ist die Einrichtung einer Beobachtungszone in Teilen der Gemeinde Stein-Wingert und Mörsbach, im dortigen Hachenburger Forst, aufgrund eines Ausbruchs im Rhein-Sieg-Kreis erforderlich. Dies regelt eine entsprechende Allgemeinverfügung, welche von der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises erlassen wurde. Derzeit geht das Friedrich-Loeffler-Institut von einem hohen Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Haltungen innerhalb Deutschlands und Europas aus. Auch steigt das Risiko der Ausbreitung der Geflügelpest durch Wildvögel ständig, da der herbstliche Wasservogelzug im vollen Gang ist und die Westerwälder Seenplatte, die Krombachtalsperre und der Wiesensee Rast- und Ruheplätze sind. Für eine Infektion mit dem Erreger der Geflügelpest sind alle Geflügelarten aber auch viele Ziervögel und Wildvogelarten hochempfänglich. Besonders bei Hühnern und Puten beträgt die Inkubationszeit Stunden bis wenige Tage, die Sterblichkeit ist extrem hoch. Wasservögel erkranken häufig weniger schwer, scheiden aber trotzdem das Virus aus und können wiederum andere Tiere anstecken. Für Menschen besteht ein geringes Risiko, sich mit dem Erreger der Geflügelpest anzustecken, auch wenn eine Übertragung laut Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz bisher nicht bekannt ist. Da Influenzaviren hitzeempfindlich, wird empfohlen, Eier und Geflügelfleisch durchzugaren.

Die Veterinärverwaltung des Westerwaldkreises rät dennoch zu erhöhter Wachsamkeit. Es gilt die allgemein empfohlenen Biosicherheitsmaßnahmen für Geflügel- und Vogelhaltungen strikt einzuhalten. Dies gilt besonders für Geflügel in Auslauf- und Freilandhaltungen:

  • Schützen Sie Ihr Geflügel so gut es geht vor Kontakt mit Wildvögeln. Direkter oder indirekter Kontakt mit infizierten Wildvögeln stellt die größte Ansteckungsgefahr für Vögel dar.
  • Trennen Sie strikt zwischen Stall- und Straßenkleidung. Betreten Sie Ihren Stall oder Auslauf nur mit stallspezifischem Schuhwerk. Tragen Sie Schutz- bzw. Stallkleidung, die regelmäßig bei mindestens 60°C gewaschen werden sollte. Reinigen und desinfizieren Sie regelmäßig die Stallschuhe.
  • Waschen Sie sich vor Betreten und nach Verlassen des Stalls/Auslaufs die Hände mit Wasser und Seife. Benutzen Sie eine Desinfektionswanne am Stalleingang jedes Mal beim Betreten und Verlassen des Stalls zur Desinfektion der Schuhe
  • Futter, Wasser, Einstreu und Gegenstände, die mit Geflügel in Kontakt kommen, sollten so aufbewahrt werden, dass sie für Wildvögel unzugänglich sind.
  • Füttern Sie Ihr Geflügel nur im Stall.
  • Tränken Sie ihr Geflügel nur mit Leitungswasser und benutzen Sie kein Regen- oder Oberflächenwasser zum Tränken.
  • Der Zugang zu Ihrer Geflügelhaltung sollte gegen unbefugtes Betreten gesichert sein.
  • Reinigen und desinfizieren Sie Fahrzeuge und Gerätschaften nach jeder Ein- oder Ausstallung bzw. nach jedem Geflügeltransport.
  • Führen Sie regelmäßig Schadnagerbekämpfungen durch.

Außerdem bittet das Veterinärverwaltung, folgende Hinweise zu beachten:

  • Wer Hühner, Enten, Gänse, Fasane, Perlhühner, Rebhühner, Tauben, Truthühner, Wachteln oder Laufvögel hält, hat dies der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises anzuzeigen, sofern noch nicht geschehen.
  • Eine erhöhte Sterblichkeit oder neurologische Symptome (Apathie, Kopfdrehen, Gleichgewichtsstörungen), Rückgang der Legeleistung sind dem amtstierärztlichen Dienst anzuzeigen.
  • Auffälliges Verhalten und Totfunde bei Wildvögeln sollten dem amtstierärztlichen Dienst gemeldet werden.

Bei Fragen können sich Geflügel- und Vogelhalter an den amtstierärztlichen Dienst der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises (Email: tiergesundheit@westerwaldkreis.de, Tel. 02602 124-555) wenden.

Auf der Homepage des Friedrich-Loeffler-Instituts finden Sie weitergehende Informationen zur Geflügelpest unter: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/.

Die Allgemeinverfügung zur Einrichtung einer Beobachtungsszone in der Gemeinde Stein-Wingert und Mörsbach, im dortigen Hachenburger Forst, kann auf der Homepage des Westerwaldkreises unter www.westerwaldkreis.de eingesehen werden.

Pressemitteilung Kreisverwaltung des Westerwaldkreises

Symbolbild. Foto: Pixabay

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
Innovatives aus Weißenthurm
Titel-Anzeige
Zukunft trifft Tradition KW 42
Herbstbunt
Hagelschaden Äpfel
Stellenanzeige Zimmermädchen
Empfohlene Artikel
Durchtrennen gemeinsam das Eröffnungsband im Konrad-Adenauer-Gymnasium, von links: Bert Sluyter, Dirk Bahrouz, Bürgermeister Sven Schnieber, Notburga Kunert sowie die Technische Beigeordnete Bianca Lorenz und der Erste Beigeordnete Hans Dieter Wirtz. Fotos: Stadt Meckenheim
292

Meckenheim. Im Rahmen eines feierlichen Akts und im Beisein zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter der Politik, Verwaltung, Schulen und der am Bau beteiligten Unternehmen hat Bürgermeister Sven Schnieber die Neubauten am Schulcampus Meckenheim eingeweiht. In seiner Ansprache hob er die herausragende Bedeutung des Projektes hervor und dankte allen Akteurinnen und Akteuren für den gemeinsamen Erfolg.

Weiterlesen

achtung baustelle
822

Meckenheim. In Meckenheim wird die Verkehrsführung auf der A565, zwischen den Anschlussstellen Meckenheim-Merl und Bonn-Hardtberg, im Rahmen der laufenden Fahrbahnsanierung angepasst. Ab dem heutigen Freitag, dem 16. Oktober, steht im Baustellenbereich in Fahrtrichtung Koblenz nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung. Diese Maßnahme wird voraussichtlich bis zum 13. November andauern.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
127

Plaidt. Am 12.10.2026 gegen 16:10 Uhr ereignete sich ein Verkehrsunfall auf der Bundessstraße 9 in Fahrtrichtung Koblenz, im Bereich der Auffahrt von der B 256/Plaidt aus kommend. Ein derzeit nicht näher bekanntes Gespann, bestehend aus einem Zugfahrzeug und einem Anhänger, befuhr die besagte Auffahrt und verlor im Kurvenbereich Teile seiner unzureichend gesicherten Ladung in Form von zwei Betonblöcken.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die neue Ahrufermauer in Mayschoß nimmt Gestalt an
83

In Mayschoß läuft der Wiederaufbau der durch die Flutkatastrophe 2021 schwer beschädigten Ahrufermauer auf Hochtouren. Zwischen dem Waagplatz und der Winzergenossenschaft entsteht eine neue, hochwasserangepasste Ufermauer auf tief gegründeten Bohrpfählen. Die Fertigstellung ist bis Sommer 2027 vorgesehen.

Von Nicolas Bäcker aus Dernau

Weiterlesen

Kater Carlo
0

Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel e.V.

Kater Carlo sucht Für-immer-Zuhause

Der stattliche Scottish Fold-Mix Kater Carlo (*ca. 1.6.2023 - Freigang oder Wohnungshaltung mit gesichertem Balkon) tauchte eines Tages im Garten einer katzenfreundlichen Dame auf, die ihn auch gerne aufgenommen hätte, aber die dort lebende Katze hatte erhebliche Einwände.

Von Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel e.V. aus Schalkenbach

Weiterlesen

Der Erste Beigeordnete Peter Schneider machte sich ein Bild von den Arbeiten.
399

Leonhard-Bestgen-Straße Stromberg

Bauarbeiten schreiten gut voran

Bendorf-Stromberg. Die Bauarbeiten in der Leonhard-Bestgen-Straße schreiten gut voran. Nach Abschluss der Kanal- und Wasserleitungsarbeiten beginnen in dieser Woche die Arbeiten am Regenrückhaltebecken unterhalb der Leonhard-Bestgen-Straße.

Von Stadtverwaltung Bendorf aus Bendorf

Weiterlesen