Allgemeine Berichte | 22.03.2017, 09:07 Uhr

Vortrag von Bürgermeisterin Renate Offergeld in Pech

Vom Glück der Ehrenämter

Bürgermeisterin Renate Offergeld referierte in der Pecher Winterakademie über ehrenamtliches Engagement. HV Pech
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Wachtberg-Pech. Von beträchtlichem Tiefgang war der Vortrag, den Bürgermeisterin Renate Offergeld in der Pecher Winterakademie hielt, und dessen Thema sich umschreiben ließ als: Was wäre unser ganzes öffentliches Leben ohne die Ehrenamtlichen?

Schon in der Gemeinde Wachtberg seien sie eine imponierende Vielzahl: Angefangen mit den Gemeinderäten und der Freiwilligen Feuerwehr, über den sportlichen und Jugendbereich, die Kunst und Kultur in Wachtberg, das Wohlfahrts- und Gesundheitswesen (z.B. Grüne Damen) bis zu den traditionsbildenden Heimatvereinen, wie dem gastgebenden Heimatverein Pech. Besonders gefordert und erfolgreich war die ehrenamtliche Tätigkeit bei der Aufnahme von 700 deutschen Aussiedlern nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, so wie jetzt von über 400 Flüchtlingen vor Balkan- und Nahostkrise. Die Lösungen lägen im Zusammenwirken von Rathaus und Ehrenamtlichen (besonders der ökumenische Arbeitskreis), und wir könnten schon etwas stolz darauf sein.

Sehr interessant war eine Untersuchung der Motive der Ehrenamtlichen, nämlich a) altruistisch b) humanitär, c) neue soziale Kontakte d) Anerkennung bis zu e) Abbau von Schuldgefühlen. Und mit Bezug auf die Ziele stünde als Hauptmotiv die Mitgestaltung des Gemeinschaftslebens, allerdings in Gemeinden stärker ausgeprägt als in Großstädten. Ehrenämter schafften Befriedigung, oft mehr als der Hauptberuf, weil sie mehr Entfaltungsmöglichkeiten böten. „Glück ist – ein Ehrenamt –„ schrieb der General-Anzeiger am selben Tage. Es sei ein Gegengewicht gegen „Wegschaugesellschaft“ und Anspruchsdenken. Dabei brachte Frau Offergeld ein bemerkenswertes Zitat des Dalai Lama: „Kluge Egoisten denken an Andere“. Die Deutschen seien zwar ein Land großer Spendenbereitschaft, aber Ehrenämter seien nicht Geldspenden, sondern Zeitspenden. Den stark ausgeprägten Bürgerrechten der Deutschen müssten auch Bürgerpflichten für das Gemeinwohl entsprechen, und insofern gäbe es noch „Potential nach oben“.

Übrigens sei der gesamtwirtschaftliche Wert des ehrenamtlichen Handelns ganz unschätzbar, und kein öffentlicher Haushalt könne ihn allein aufbringen. So würde auch unsere Freiwillige Feuerwehr den Haushalt der Gemeinde überfordern. Dabei mache der Staat dafür anspruchsvolle Vorgaben, z.B. für kommunale Brandschutzpläne. Andererseits brauche das Ehrenamt auch günstige Rahmenbedingungen, wie im Vereins- und Steuerrecht.

Aus der lebhaften Aussprache zu erwähnen ist besonders, dass die Gemeinde im Begriff ist, einen Ehrenamts-Koordinator zu bestellen, der auch ein Büro im Köllenhof haben wird. Lebhafter, anhaltender Beifall war der Dank der Zuhörer.

Bürgermeisterin Renate Offergeld referierte in der Pecher Winterakademie über ehrenamtliches Engagement. Foto: HV Pech

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