Politik | 19.02.2019

Kreisausschuss steht weiterhin zum Lückenschluss der Autobahn A1

Neue Trassenführung im Ausschuss vorgestellt

Zwischen Lommersdorf und Adenau führt die Trasse jetzt nicht mehr durch den Wald, sondern daran vorbei – Grüne verweigern ihre Zustimmung

Ahrweiler. Der Kreis- und Umweltausschuss fordert die Bundesregierung sowie die Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz dazu auf, den Lückenschluss der Autobahn A1 so schnell wie möglich umzusetzen. „Mit diesem Beschluss bekräftigen wir, dass wir weiterhin zur A1 stehen“, erläuterte CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Sundheimer den von ihm eingebrachten Antrag, der bei zwei Gegenstimmen der Grünen angenommen wurde. Zuvor hatten Edeltrud Bayer, Leiterin des Landesbetrieb Mobilität Trier, und Projektleiterin Frederike Schaffrath vom Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen den Stand der Dinge bei dem Vorhaben dargelegt.

Schon 2011 habe der Kreistag mit einer Resolution auf das verkehrspolitische wichtigste Infrastrukturprojekt für den Kreis Ahrweiler hingewiesen und den unverzüglichen Lückenschluss zwischen der Anschlussstelle Kelberg und der Anschlussstelle Blankenheim gefordert, erinnerte Landrat Dr. Jürgen Pföhler (CDU). Die Resolution habe damals tatkräftige Unterstützung durch die gleichzeitig initiierte Unterschriftensammlung in der Verbandsgemeinde Adenau erhalten, bei der rund 2.000 Bürger ebenfalls den Lückenschluss gefordert hätten. 2016 sei der Lückenschluss der A1 als vordringliches Projekt in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen worden, und im Herbst 2018 habe der Kreis als Träger öffentlicher Belange im Planfeststellungsverfahren für den Südabschnitt eine positive Stellungnahme abgegeben.

Strecke wird 700 Meter länger als bisher

Doch mittlerweile habe sich im sogenannten „Mittelabschnitt“ zwischen Lommersdorf und Adenau einiges getan, wie Projektleiterin Frederike Schaffrath dem Ausschuss noch einmal erläuterte. Denn der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen als zuständige Behörde habe eine optimierte Variante erarbeitet, „In der Tat wurden die Karten neu gemischt“, so Schaffrath, denn die Trasse verlaufe jetzt nicht mehr mitten durch den Wald zwischen Dorsel und Lommersdorf und damit durch eine Haselhuhnpotenzialfläche, sondern weit daran vorbei. Dadurch werde die Strecke 700 Meter länger als bisher und erhalte auch einen mehr als 600 Meter langen Tunnel durch das Ahrgebirge. Nach wie vor seien drei Talbrücken erforderlich, wobei aber die „Aulbachtalbrücke“ sehr viel kürzer als bisher geplant ausfalle.

Derzeit liefen die Vorplanungen für den insgesamt 305 Millionen Euro teuren Straßenabschnitt, so Schaffrath. Erste Bohrungen seien bereits vorgenommen worden, außerdem werde die Kartierung vorangetrieben. Im Spätsommer 2019 will man mit der Vorplanung fertig sein und direkt danach die Vorentwurfsplanung starten. Gleichzeitig werde ein europaweites Ausschreibungsverfahren vorbereitet, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Nach etwa zweieinhalb Jahren, so hofft die Projektleiterin, sei die Vorentwurfsplanung fertig und man könne das Planfestungsverfahren einleiten.

Planfeststellungsverfahren für den Südabschnitt läuft

Für den „Südabschnitt“ zwischen Adenau und Kelberg sei bereits im vergangenen Jahr das Planfeststellungsverfahren angelaufen, berichtete Edeltrud Bayer. Die ökologischen Erfordernisse hätten die lange Verfahrensdauer bewirkt, „die Haltung der Naturschutzverbände ist das große Problem.“ Die Trasse tangieren mehrere Vogelschutz- und FFH-Gebiete, die sich auch noch im Laufe der Jahre teilweise in ihrem Zuschnitt geändert hätten. Deshalb hätten immer wieder neue Umweltverträglichkeitsuntersuchungen vorgenommen werden müssen, mittlerweile habe man mehr als 30 ökologische Gutachten erstellen lassen. „Zum Schluss kamen dann auch noch wasserwirtschaftliche Themen dazu, die in den vergangenen Jahrzehnten nicht zu sehr im Fokus gestanden hatten“, gab Bayer zu.

Während der Offenlage im vergangenen Sommer seien nicht weniger als 270 private Einwendungen gegen den 205 Millionen Euro teuren und 10,5 Kilometer langen Teilabschnitt erhoben worden, hinzu kämen die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange sowie die Fachbehörden. So habe allein der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine 250-seitenstarke Stellungnahme vorgelegt, zu der die Behörde nun Stellungnahmen erarbeite. Dennoch sei mit Klagen gegen das Projekt zu rechnen, die dann aber immerhin gleich beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig landen werden.

Politik kann derzeit nur am Ball bleiben

Adenaus Bürgermeister Guido Nisius (CDU) zeigte sich in seiner Eigenschaft als Sprecher der „Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Pro Lückenschluss A1“ erfreut, dass die Verfahren endlich liefen. „Die Politik kann derzeit nicht viel mehr tun als am Ball bleiben und darauf hoffen, dass die zuständigen Verwaltungen schnell arbeiten.“ Allerdings glaube er nicht, dass er in seiner Amtszeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau noch einmal ein Band in diesem Zusammenhang durchschneiden werde. „Wir brauchen noch Geduld“, sagte er voraus.

Wobei Wolfgang Schlagwein (Grüne) einwandte, ein Projekt wie der Lückenschluss der A1 trage zum Artensterben bei, weshalb er es nach wie vor ablehne. Was wiederum Michael Korden (CDU) zu der Feststellung veranlasste, ein Großteil der Bevölkerung im Kreis Ahrweiler sei froh, wenn die erhoffte schnelle Verbindung in den Köln-Bonner Raum endlich fertig werde und die Pendler damit wertvolle Lebensqualität gewinnen würden. JOST

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