Bürger-Schützen betreiben seit 1694 eigenen Weinbau

Vier Fuder Trauben liefern rund 3.800 Liter Schützen-Wein

Traditionelle Traubenlese der Ahrweiler St. Sebastianus Bürger-Schützen-Gesellschaft

05.10.2016 - 11:34

Ahrweiler. Die Ahrweiler St. Sebastianus Bürger-Schützen-Gesellschaft kann nicht nur auf eine weit mehr als 610-jährige Schützentradition, sondern auch auf jahrhundertelangen Weinanbau zurückblicken. Und „zurückblicken“ heißt hier nicht, dass es sich um längst vergangene Geschichten handelt – im Gegenteil. Bis zum heutigen Tag pflegt die Gesellschaft das althergebrachte Schützenwesen ebenso, wie den Anbau eigener „Schützen-Weine“. Nachweislich seit dem Jahr 1694 betreibt die Ahrweiler St. Sebastianus Bürger-Schützen-Gesellschaft eigenen Weinbau. Das dürfte weltweit wohl einmalig sein. Die eigenen Schützen-Weinberge gingen ursprünglich auf Schenkungen zurück. Heute bewirtschaften die Bürger-Schützen sowohl Weinberge am Ahrweiler „Forstberg“ oberhalb der Ellig, als auch auf dem Bachemer „Karlskopf“. Der Höhepunkt des Weinjahres ist natürlich die Traubenlese, die am Tag der Deutschen Einheit von den Schützenbrüdern zelebriert wurde. So bestand auch für berufstätige Bürger-Schützen die Möglichkeit, einmal an der Lese teilzunehmen. Schon morgens früh hatten sich 28 Mitglieder der Gesellschaft in der Ellig eingefungen – weit mehr als im Vorfeld erwartet. Durch die starke „Manpower“ waren die Weinberge im „Forstberg“ schnell abgeerntet, so dass man schnell gen „Karlskopf“ wechseln konnte. Und auch hier, hoch oben über Bachem, lief die Lese rasch von der Hand. Auch die zwischenzeitlichen Regenschauer taten der Freude an der Traubenlese keinen Abbruch. Schnell füllten sich die Erntekörbe mit reifen Trauben, die später im Weingut von Marc Adeneuer, der selbst Zugführer des Oberleutnantsglieds der St. Sebastianus Bürger-Schützen ist, zu köstlichen Schützen-Weinen verarbeitet werden.



75 Prozent Spätburgunder, 25 Prozent „Blanc de Noir“


Dabei wird zu 75 Prozent roter Spätburgunder trocken sowie zu 25 Prozent „Blanc de Noir“ produziert. Der Wein wird bei den Veranstaltungen der St. Sebastianus Bürger-Schützen-Gesellschaft, wie beispielsweise Schützenfest oder Patronatsfest ausgeschenkt, bei besonderen Anlässen als Präsent vergeben oder an die Schützenbrüder veräußert. Im Handel ist der Schützen-Wein traditionell nicht erhältlich. Sichtlich zufrieden zeigten sich Bürger-Schützen-König Willi Busch und Hauptmann Jürgen Knieps über das Ergebnis der diesjährigen Ernte: Auf insgesamt einem halben Hektar Anbaufläche konnten vier Fuder Trauben gelesen werden, das rund 3.800 Litern Wein entspricht. Das Lesegut beider Lagen brachte es dabei auf satte 92 Grad Oechsle. Die 2016er Ernte wird voraussichtlich im März/April 2017 („Blanc de Noir“), beziehungsweise im September 2017 (Spätburgunder) ihren Weg in die Weinflaschen finden. Den 2015er Jahrgang verkosteten die Bürger-Schützen bei der anschließenden „Maateljaß“, einem geselligen Erntedankfest als Abschluss der Traubenlese.

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Theobold aus dem schönen Miesenheim:
Herr Esser, ich muß Ihnen einmal den Spiegel vorhalten, vielleicht erkennen Sie dann Ihr eigenes Treiben. Ihre wahre politische Einstellung lassen Sie heute zum Beispiel wieder mit äußerst zweifelhaften Aussagen in „Ihrem“ Facebook Acount Mariss Tiner (nur Ihr Profilbild verrät sie, warum übrigens...
juergen mueller:
Ich gehe einmal davon aus, dass Herr S.Schmidt ein Sympathisant oder sogar Mitglied der AfD ist, worauf man aus seinen Kommentaren schließen könnte, da er genau die Wortwahl benutzt, wie sie sich die AfD zu eigen macht. Ihm steht natürlich, sollte dies auch nicht der Fall sein zu, seine Meinung, wie...
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Sehr geehrter Herr S.Schmidt (oder wer immer sich hinter diesem Namen verbirgt), die Wortwahl „diffamierend“ wird doch gerade von dieser „Partei“ inflationär bewußt genutzt. Haben Sie die Pressemitteilung nicht gelesen? Auf alle Fälle sind mittlerweile die sogenannten „Spaziergänge“ auch in Andernach...
Gabriele Friedrich:
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