Neuer Straßenname in Koblenz

„Danziger Freiheit“ in „Esther-Bejarano-Straße“ umbenannt

„Danziger Freiheit“ in
„Esther-Bejarano-Straße“ umbenannt

Das neue Straßenschild wird angebracht. Quelle: Stadt Koblenz

21.04.2022 - 12:38

Koblenz. Unübersehbar hängt es nun in der Nähe des Deutschen Ecks: Das neue Straßenschild der „Esther-Bejarano-Straße“. Das Schild wurde an seinem Bestimmungsort montiert und zeigt allen Passantinnen und Passanten ab sofort den Namen der Zeitzeugin Esther Bejarano, die den Terror der Nationalsozialisten überlebt hat.

Mit der Umbenennung der Straße „Danziger Freiheit“ in Esther-Bejarano-Straße setzt die Stadtverwaltung Koblenz einen Beschluss des Stadtrats aus dem November 2021 um. In seiner damaligen Sitzung wurde von den Ratsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke ein entsprechender Antrag gestellt, die Straße umzubenennen. Die Ratsfraktionen begründeten ihren Antrag unter anderem mit dem Vergleich zu anderen deutschen Städten, welche größtenteils Straßen und Plätze, die früher den Namen Danziger Freiheit trugen, umbenannten. Der Name Danziger Freiheit wurde, so die Antragsteller in ihrer Begründung, von den Nationalsozialisten genutzt, „um Propaganda für die Eingliederung Danzigs in das damalige Deutsche Reich zu machen“, denn die Stadt Danzig und Umgebung wurden nach Ende des Ersten Weltkriegs vom Deutschen Reich als „Freie Stadt Danzig“ abgespalten und zu einem teilsouveränen Freistaat erklärt.

Mit dem mehrheitlichen Beschluss des Stadtrates aus dem November 2021 wird von der, von einer Projektgruppe der Stadtverwaltung erarbeiteten, Liste mit „belasteten Straßennamen“ ab sofort eine Straße gestrichen. Zunächst hatte sich der Stadtrat in seiner Sitzung im Juli 2020 gegen eine Umbenennung von insgesamt vier Straßennamen ausgesprochen, um hier eine Erinnerungskultur mithilfe von weiteren Informationen, die über QR-Codes abgerufen werden können, zu schaffen. Eine Ausnahme von dieser Regelung traf man nunmehr für die ehemalige Danziger Freiheit, da unter anderem hier lediglich vier Anlieger von der Umbenennung betroffen sind, wobei einer von diesen das städtische Ludwig Museum ist.

Das Straßenschild Danziger Freiheit wird allerdings noch eine gewisse Zeit an seinem aktuellen Ort verbleiben. Mit dem Belassen des Schildes folgt die Stadtverwaltung Koblenz einer Empfehlung des Deutschen Städtetags aus dem März 2021. In dieser heißt es: „Bei einer Umbenennung muss das alte Straßennamenschild […] mit rot durchgestrichenen Straßennamen vor Ort verbleiben“. Sinnvoll ist dies, da in vielen Bereichen der ehemalige Straßenname noch bekannt ist und es häufig auch eine gewisse Zeit benötigt, bis neue Straßennamen in Navigationssysteme eingepflegt sind. In Koblenz soll nach einem im Januar gefassten Beschluss des Stadtvorstandes der bisherige, rot durchgestrichene alte Straßenname Danziger Freiheit noch für ein Jahr erhalten bleiben.


Wer war Esther Bejarano?


Die 1924 geborene Esther Bejarano wurde als junge Frau von den Nationalsozialisten im April 1942 ins Konzentrationslager (KZ) Auschwitz-Birkenau deportiert. Von dort wurde Sie im November 1943 ins KZ Ravensbrück verlegt. Bei einem der sogenannten „Todesmärsche“ der Nationalsozialisten, durch welche KZ-Insassen von der Front ins Landesinnere gebracht werden sollten, konnte sie fliehen. Am 3. Mai 1945 erlebte sie die Befreiung durch Truppen der Alliierten. Nachdem Esther Bejarano einige Jahre in Israel verbracht hatte, kam sie 1960 zurück nach Deutschland. 1986 gründete Bejarano das Auschwitz-Komitee, welches Bildungsreisen in Konzentrationslager, Zeitzeugengespräche und vieles Weitere organisiert. Dieses Komitee besteht bis heute. Die Zeitzeugin engagierte sich seit ihrer Rückkehr 1960 nach Deutschland bis zu ihrem Tod am 10. Juli 2021 immer wieder für eine Aufarbeitung der Geschichte und gegen das Vergessen.

Pressemitteilung der

Stadt Koblenz

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lustig...

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Rainer Lachmann:
Da habt ihr ja wieder schön nen Zettel für die Presse in die Kamera gehalten. Man feiert sich im Vorraus, ganz grosse Klasse! Sowas kommt immer gut an bei den Leuten! Ja, das war Sarkasmus....
Guido Krause:
@Adam: Auf die Pension freut sich die junge Frau bestimmt schon nach 47 Dienstjahren und einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von 41 Std !!! …diese achso generösen Arbeitsbedingungen stehen übrigens jedem offen…...
M. Pilz :
Finde keine Worte. ...
Amir Samed:
Die Medien sind voller Berichte über Messertaten, sexuelle Gewalt, Gewalttaten allgemein, Belästigungen und Beleidigungen. Die Menschen sind verunsichert, nicht nur Parkhäusern. Es ist die Frucht jahrelanger Untätigkeit in Sachen Grenzschutz und innere Sicherheit durch eine ideologisierte Politik....
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